Die Sonderausstellung „Feuersturm“ kommt zu Ihnen nach Hause

Blick auf die Sonderausstellung „Feuersturm“ (Foto: Barbara Kimmerle/Stadtarchiv HN)

Vitrine für Vitrine stellt das Haus der Stadtgeschichte seine Sonderausstellung „Feuersturm – aus der Sammlung des Stadtarchivs“ in einer Blogserie vor. Garantiert „Corona-frei“ können Sie die Ausstellungsobjekte zum 4. Dezember 1944 betrachten und die Texte lesen. Darüber hinaus verlinken wir weitere interessante Informationen für Sie.

Am 4. Dezember 2019 haben wir im Stadtarchiv zwei kleine Sonderausstellungen zum 4. Dezember 1944 und zum Luftkrieg eröffnet. Darin zeigen wir Objekte aus unserer Sammlung und die ausdrucksstarken Aufnahmen des Fotografen Max Platte von dieser Nacht.

Viele von Ihnen haben die Ausstellungen schon sehen können. Um aber allen die Möglichkeit einer „Corona-freien“ Besichtigung zu ermöglichen, laden wir Sie und Ihre Familien ein, es sich vor dem Computer gemütlich zu machen und die Sonderausstellung „Feuersturm – aus der Sammlung des Stadtarchivs“ mit Hilfe einer kleinen Blogserie zu besichtigen und die Ausstellung so Vitrine für Vitrine kennen zu lernen.

In den kommenden Wochen werden wir die Ausstellungsstücke und die präsentierten Materialien hier vorstellen. Unterstützt wird Ihr „Ausstellungserlebnis“ von den Aufnahmen unserer Fotografin Barbara Kimmerle, die die Objekte aus der Sicht der Besuchenden für Sie fotografiert hat.

Unsere Sonderausstellung im Internet kann aber mehr als das Original. Wir werden die Themen mit Links zu unserer Datenbank HEUSS und zu interessanten Internetseiten ergänzen und Ihnen dadurch viele zusätzliche Informationen zum Thema bieten.

Einführung in die Ausstellung
Die Bombardierung der Stadt Heilbronn am 4. Dezember 1944 hat 60 Prozent der Stadt zerstört und über 6.500 Menschen das Leben gekostet. Seit diesem Datum trauern die Heilbronnerinnen und Heilbronner um den Verlust von Familienmitgliedern, Freunden und ihrer historischen Altstadt. Seit 1945 gibt es jährlich Gedenkveranstaltungen, die der Stadt wichtig sind.

Das Stadtarchiv sammelt seit vielen Jahrzehnten aktiv Archivalien und andere Zeugnisse zum Luftkrieg und der Bombardierung am 4. Dezember 1944. Der Schwerpunkt liegt vor allem auf Zeitzeugenberichten. Aber auch zahlreiche Objekte aus der Sammlung dokumentieren die Geschehnisse eindrücklich. Die Ausstellung gibt einen Einblick über diese Sammeltätigkeit.

Ablauf des Luftangriffes auf Heilbronn am 4.12.1944
(nach Bläsi/Schrenk, S. 79-102)

9:50 Uhr
Auf Grundlage der Prioritätenlisten und der Wetterprognosen geht der Vorbefehl mit den zwei möglichen Zielen – Ulm oder Heilbronn – an die No. 5 Group der britischen Royal Air Force heraus.

11:17 Uhr
Der Befehl wird konkretisiert und das Ziel Heilbronn festgelegt. Das Code-Wort für Heilbronn heißt „Sawfish“ („Sägefisch“). Der Auftrag lautete, Heilbronn zu bombardieren, die Innenstadt zu zerstören und die Eisenbahnanlagen unbrauchbar zu machen.

16:15 Uhr
282 Langstreckenbomber vom Typ Lancaster und zehn Kampfflugzeuge vom Typ Mosquito starten mit dem Ziel Heilbronn. Gleichzeitig beginnen Störmanöver und Scheinangriffe, um die Aufmerksamkeit der deutschen Abwehr von den Zielen der Nacht abzulenken.

19:00 Uhr
Es gibt Voralarm und wenige Minuten später Vollalarm in Heilbronn. Die Sirenen heulen.

19:18 Uhr
Es sind die ersten britischen Markierer-Flugzeuge über Heilbronn. Es werden rote Zielmarkierungen für den Zielpunkt Stadtgebiet und gelbe für den Rangierbahnhof gesetzt.

19:27 Uhr
Um 19:27 wird schließlich der britische Befehl zum Abwurf an die Bomber ausgegeben. Die Lancaster öffnen ihre Bombenschächte. Die fallenden Bomben kündigen sich durch Jaulen und Pfeifen an. Der Angriff dauert 37 Minuten.

Eine weitere Chronik der Ereignisse finden Sie auf unserer Internetseite unter „Geschichte von A-Z“.

Zwei wichtige Standardwerke zu den Ereignissen am 4. Dezember 1944 (Foto: Barbara Kimmerle/Stadtarchiv HN)

Publikationen zum Thema
Zwei wichtige Standardwerke sind der Band „Heilbronn 1944/45. Leben und Sterben einer Stadt“ sowie der fünfte Band der Chronik der Stadt Heilbronn. Ersterer fasst die neueren Forschungen zusammen und bezieht auch britische Quellen maßgeblich mit ein. Den Band kann man kaufen, aber auch online auf unserer Internetseite finden. Der Chronikband behandelt die Jahre 1939 bis 1945. Er listet Tag für Tag die Geschehnisse in Heilbronn auf.

Sonderausstellungen:
„Feuersturm – aus der Sammlung des Stadtarchivs“
„Fotografien des Feuersturms. Max Richard Platte und seine Aufnahmen vom 4. Dezember 1944“
Gesamtleitung: Prof. Dr. Christhard Schrenk
Kuratoren: Miriam Eberlein, Walter Hirschmann, Ute Kümmel
Mitarbeiterinnen: Paula Frank, Barbara Kimmerle

#Feuersturm #HNhist #4.Dezember44 #museumfromhome

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