Der Franzosenfreund. Zum Pfau-Video vom 25. Oktober 2021 (Ludwig Pfau 10/2021)

Pfau-Videoclip 10/2021: Der Franzosenfreund

Die deutsch-französischen Beziehungen standen bekanntlich im 19. Jahrhundert (und noch weit bis ins 20. Jahrhundert hinein) nicht zum Besten. Die Verwüstungen und Grausamkeiten der napoleonischen Feldzüge zu Beginn dieses Jahrhunderts hatten sich tief ins kollektive Bewusstsein der Deutschen gegraben. Noch Bismarck hatte die diffusen Ängste vor einem französischen Angriffskrieg für seine Zwecke einer Reichseinigung „von oben“ zu nutzen gewusst. Für die Franzosen hingegen waren die Niederlagen im Krieg 1870/71 ein kollektives Trauma, der Verlust von Elsass und Lothringen eine nationale Schmach, die eigentlich nur durch Revanche überwindbar erschien.

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1766: Arsenmord in Nordheim (Teil 2)

In diesem Haus lebte Agnes Maria Franck vor ihrer Heirat (Foto: Bildarchiv Heimatverein Nordheim)

Agnes Maria Franck aus Nordheim hatte ihren Ehemann vergiftet, indem sie ihm Arsen in die Frühstückssuppe gemischt hat. Er starb noch am selben Tag unter großen Schmerzen am 14. Februar 1766 in Horkheim, wohin er gegangen war, um Verwandte zu besuchen. Nach seinem Tod wurde der Leichnam obduziert. Gift in seinem Körper fand man nicht, aber alle Anzeichen für eine Vergiftung waren gegeben. Rasch geriet die Ehefrau Agnes Maria geb. Ströhle (Strähle) zur Hauptverdächtigen. Sie wurde zunächst in ihrem eigenen Haus überwacht und verhört, danach kam sie in Arrest im Nordheimer Rathaus, wo sie nach fünf Tagen die Tat gestand. Am 19. April brachte man sie „geschlossen“ (d. h. eingesperrt) nach Brackenheim ins Gefängnis.

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Ein Denkmal für den Kaiser! Zum Pfau-Video vom 25. September 2021 (Ludwig Pfau 09/2021)

Pfau-Videoclip 09/2021: Ein Denkmal für den Kaiser!

Ludwig Pfau hasste Preußen und die Monarchie – und doch wirkte er entscheidend am Heilbronner Denkmal für Kaiser Wilhelm I. mit. Wie passt das zusammen? Im September-Video muss Pfau sich für diese Frage vor einem Reporter rechtfertigen. So ganz kann er ihn wohl nicht überzeugen… Und tatsächlich lässt sich der Widerspruch zwischen Pfaus Engagement für das Kaiserdenkmal und seinen eigenen, hohen moralischen Ansprüchen an die Einheit von Wort und Tat des politisch engagierten Menschen nicht vollständig auflösen: Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls der Kulturwissenschaftler Friedemann Schmoll in seiner Dissertation zum württembergischen Denkmalkult des 19. Jahrhunderts. Er widmet darin dem Heilbronner Kaiser-Wilhelm-Denkmal immerhin 12 Seiten, denn unter den Kaiserdenkmälern nimmt es eine Sonderstellung ein – und diese hat es Ludwig Pfau zu verdanken. Werfen wir also mit Hilfe von Schmolls Untersuchung einen Blick auf die Entstehung und Aussage des Denkmals und versuchen wir, Pfaus Rolle dabei zu verstehen.

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1766: Arsenmord in Nordheim (Teil 1)

Gelegentlich veröffentlichen wir hier Gastbeiträge zur Regionalgeschichte, in denen Heilbronn zwar nicht die Hauptrolle, aber doch eine spannende Nebenrolle spielt. So auch im folgenden Gastbeitrag von Ulrich Berger, einem Heimatforscher aus Nordheim, über einen spektakulären Nordheimer Mordfall aus dem 18. Jahrhundert. Der zweite Teil erscheint hier im Oktober 2021.

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Ein Denkmal für Ludwig Pfau. Zum Pfau-Video vom 25. August 2021 (Ludwig Pfau 08/2021)

Pfau-Videoclip 08/2021: Denkmal für Ludwig Pfau

Ein dauerhaftes Denkmal für Ludwig Pfau gibt es weder in Heilbronn noch sonst irgendwo. Dabei hätte er es verdient (finden wir). Seine Messlatte für ein gelungenes Denkmal lag allerdings hoch, so schrieb er am 27. Juni 1889 im Beobachter: „Wenn wir uns in unserem Schwabenlande nach den verschiedenen, darin umherstehenden Denkmälern umsehen, so finden wir darin nicht mehr als zwei sehenswerte, nämlich den Schiller in Stuttgart und den Kepler in Weil der Stadt. Die übrigen sind mehr oder weniger – und zwar eher mehr – mißlungene Schöpfungen.“

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Heilbronn und die Schweiz

Vermutlich vielen bekannt: Der Heilbronner Marktplatz 1818, gemalt von Carl Friedrich Dörr (Stadtarchiv Heilbronn)

Im letzten Filmclip zu Ludwig Pfau ging es ja um die Schweiz. Der 28-jährige Revolutionär war dorthin geflüchtet, er lebte in Zürich und fühlte sich in der Schweiz bald nicht wohl. Das war seinen persönlichen Umständen als Flüchtling geschuldet. Für etliche Heilbronner und Heilbronnerinnen war die Schweiz ein beliebtes Reiseziel – aber klar, sie hatten im Gegensatz zu Pfau die Möglichkeit, jederzeit nach Hause zurückzukehren.

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In der Schweiz – Ludwig Pfau im Exil (1849-1852). Zum Pfau-Video vom 25. Juli 2021 (Ludwig Pfau 07/2021)

Pfau-Video 07/2021: In der Schweiz

Die Halbzeit unseres Filmclip-Projektes zu Ludwig Pfau ist schon vorüber – und (nicht nur) aus diesem Anlass wird im Clip gereimt. Schließlich war Pfau ja auch Dichter. Und einige seiner Gedichte wurden immerhin von Arnold Schönberg in dessen spätromantischer Schaffensphase vertont. Dazu gehört auch das vor 1847 entstandene Gedicht „Einsam bin ich und alleine“, das uns Alexander Kranich mit wohltönender Stimme zu Gehör bringt.

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Wie die SPD ihre Hochburg schleifte

Dr. Karl Nägele war zwischen 1948 und 1976 Erster Bürgermeister in Heilbronn (Foto: Lore Hagner/Stadtarchiv Heilbronn)

Das Ende der Stadt Heilbronn als sozialdemokratische Hochburg lässt sich exakt datieren. Am 18. Dezember 1975 erlitt die bei Wahlen auf kommunaler Ebene wie für den Landtag und für den Bundestag stets siegreiche SPD in Heilbronn eine von niemand vorhergesehene Niederlage. Dabei ging es bei der dritten Wahl im Jahre 1975 eigentlich nur um die Nachfolge von Karl Nägele als Erstem Bürgermeister, die in den Glanzzeiten der sozialliberalen Koalition in Bonn lediglich eine Formsache schien.

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